Dmitri, Januar 2011, Berlin Alexanderplatz

Der Alexanderplatz in Leipzig (verlängert bis 29. April 2011)

Von den Bildern, die ich seit fast einem Jahr auf dem Berliner Alexanderplatz fotografiere, ist nun ein erster kleiner Ausschnitt zu sehen.
In der Galerie KUB findet unter dem Titel

Eure Armut kotzt mich an! Der Obdachlose als ‘role model‘ in der zeitgenössischen Kunst

vom 17. März bis zum 29. April 2011 eine Ausstellung zum Thema statt.
Mit dabei sind Götz Bury (Wien), Moritz Fehr (Berlin), Göran Gnaudschun (Potsdam), Fabian Hesse (München), Florian Kuhlmann (Düsseldorf/London), N55 (Kopenhagen), Danny Schulz (Leipzig), Daniel G. Schwarz (Leipzig).

Grundlegende These der von Franziska Eißner kuratierten Ausstellung ist, dass „Mobilität das zugleich realistische wie idealistische Prinzip der fortgeschrittenen Moderne“ ist. Dabei gibt es keine mobilere Gruppe, als die der Obdachlosen, die als Ideengeber für den grundlegenden Wandel, vor dem unsere Gesellschaft steht, funktionieren könnten.
Die Palette der Kunstformen reicht von Fotografie über die Skulptur zum Video bis zur Performance. So sind Fotografien der Vehikel zu sehen, mit denen Tokioter Obdachlose ihre Habe transportieren. Man erfährt etwas über ein Projekt bei dem Topmanager von Obdachlosen das Überleben in der urbanen Wildnis lernen. Es sind tragbare Unterkünfte zum Selberbauen dokumentiert und es gibt Skulpturen, die an Camps der Katastrophengebiete, die wir aus den Nachrichten kennen, erinnern. Spannend sicher auch der Film von Daniel G. Schwarz, bei dem ein 55jähriger Vagabund ausgerüstet mit einer Kamera den Osten Deutschlands durchquert. Der Film wurde von Wim Wenders ausgezeichnet.

Obwohl meine Arbeit „Berlin Alexanderplatz“  zu vielschichtig wird, als dass sie sich auf das Phänomen Obdachlosigkeit reduzieren ließe, denke ich, dass sie in diesem Kontext gut aufgehoben sein wird.

Eure Armut kotzt mich an!
Eröffnung: 17.03.2011, 19 Uhr
www.galeriekub.de

Im Rahmen der Buchmesse wird dann im Museum der bildenden Künste Leipzig am 19. März von 16 bis 20 Uhr das Buch „Armut in der Kunst der Moderne“, herausgegeben von Franziska Eißner und Dr. Michael Scholz-Hänsel vorgestellt. Dazu gibt es eine Podiumsdiskussion mit

Dr. Nike Bätzner (Kunsthistorikerin, Halle)
Göran Gnaudschun (Künstler, Potsdam)
Andreas Pitz (Sozialarbeiter, Nierstein)
Dr. Nina Trauth (Kunsthistorikerin und Kuratorin, Trier)
Moderation: Dr. Michael Scholz-Hänsel (Kunsthistoriker, Leipzig).

Museum der bildenden Künste Leipzig
Katharinenstr. 10
04109 Leipzig
www.mdbk.de

10. März 2011 von goeran
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